Was ist Lichen Sclerosus und wie erkenne ich es?

Wie erkenne ich Lichen Sclerosus?

Die typischen Symptome sind (bei vielen, aber nicht allen Frauen in Schüben auftretendes) Jucken und Brennen im Genitalbereich. Es gibt aber auch Frauen, die keinen Juckreiz haben. Im Frühstadium sind visuelle Haut-Veränderungen kaum erkennbar, weswegen Lichen Sclerosus häufig mit Infektionen, insbesondere Pilzinfektionen, verwechselt wird. Typisch sind auch Beschwerden beim Geschlechtsverkehr, wobei die Penetration das schmerzhafte Ereignis ist, die Scheide (Vagina) selbst ist gewöhnlich nicht das Problem.

Einige Frauen haben keine Beschwerden beim Geschlechtsverkehr, aber danach ein ausgeprägtes Wundgefühl, das einige Tage anhält (z.B. aufgrund von kleinen Rissen am hinteren Scheideneingang). Auch Blasenprobleme werden häufig beschrieben, meist ohne bakteriellen Befund, und auch der Anus und die Gesäßspalte können von Lichen Sclerosus betroffen sein oder im Lauf der Krankheit betroffen werden.

Ein Handspiegel ist nützlich – Wie erkenne ich Lichen Sclerosus?

Nützlich ist ein Handspiegel, um den äußeren Genitalteil (Vulva und Anusbereich) genau zu betrachten. Treten vereinzelt weißliche Beläge auf und/oder Risse in der Haut, insbesondere am hinteren Scheideneingang, oder beginnen die kleinen Schamlippen mit den großen zu verkleben, ist dies verdächtig. Auch der Anusbereich kann von Lichen Sclerosus betroffen sein.


Wie erkenne ich Lichen Sclerosus genitalis

Lichen Sclerosus ist vorwiegend genital lokalisiert. Die sogenannte extragenitale Form tritt nur in ca. 10 bis 15 % der Fälle auf. Als Synonym für den Lichen Sclerosus wird der in der Literatur noch häufig zu findende Fachbegriff Lichen sclerosus et atrophicus (LSA) genutzt.

Häufigste Form: Lichen sclerosus genitalis, LS

In den meisten Fällen handelt es sich um einen Lichen sclerosus genitalis, bei dem die Hautveränderungen die Genitalregion betreffen. In etwa 15 bis 20 Prozent tritt ein Lichen sclerosus an anderen Stellen des Körpers auf, beispielsweise an Rücken, Armen oder Oberschenkeln sowie selten an der Mundschleimhaut.

Wie entsteht Lichen sclerosus?

Die Ursache für Lichen sclerosus ist unbekannt. Diskutiert wird eine Beteiligung des Immunsystems, zumal einige Patienten zusätzlich unter einer Autoimmunerkrankung leiden. Auch genetische oder hormonelle Einflüsse sind möglich.

Zudem scheint Lichen sclerosus gehäuft in Bereichen geschädigter Haut aufzutreten, etwa nach Operationen, Verletzungen oder starkem Kratzen. Die Erkrankung ist nicht ansteckend und kann daher nicht beim Geschlechtsverkehr übertragen werden.

Weitere Symptome: Juckreiz und Schmerzen

Die Hautveränderungen bei Lichen sclerosus jucken oftmals stark und neigen zu Hauteinrissen. So kann es zu Wundsein sowie zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Stuhlgang und Wasserlassen kommen.

Allerdings kann ein Lichen sclerosus auch ohne zusätzliche Symptome auftreten: Die Hauterscheinungen werden dann meist zufällig entdeckt, etwa bei einer Routineuntersuchung beim Frauenarzt.

Wer behandelt Lichen sclerosus?

Lichen sclerosus ist eine fachübergreifende Erkrankung – zuständig sind hauptsächlich Hautärzte, Frauenärzte und Urologen. Als erste Anlaufstelle können Sie sich jedoch auch an Ihren Hausarzt oder Kinderarzt wenden, der Sie an einen Spezialisten überweisen kann.

Diagnose: Gewebeprobe in Zweifelsfällen

Lichen sclerosus lässt sich oftmals aufgrund des typischen Erscheinungsbildes feststellen. Um die Diagnose zu sichern, kann unter lokaler Betäubung eine Gewebeprobe (Biopsie) der Haut entnommen werden.

Dies kann sinnvoll sein, um eine bösartige Hautveränderung auszuschließen. Auch andere mögliche Diagnosen wie zum Beispiel ein Lichen ruber planus können so abgegrenzt werden.

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